Liebe Leserin, lieber Leser,

 

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ 1. Mose 8, 22

 

So heißt die Zusage Gottes nach der Sintflut. Sie steht auch in Zeiten von Naturkatastrophen und scheinbar verschobenen Jahreszeiten. Jeden Winter erleben wir Frost, mal mehr mal weniger. Jeden Sommer erleben wir die zugesagte Hitze, mal mehr mal weniger. Das ganze Jahr über kann man den Kreislauf von Saat und Ernte wahrnehmen. Denn nicht nur im Sommer, in der Hitze, wächst unsere Saat. Auch der Frost trägt zu einer erfolgreichen Ernte bei. Und auf jeden Tag folgt die Nacht. So wie Gott es versprochen hat.

Wir lassen nun die Hitze, den Sommer hinter uns und bereiten uns auf den Frost, den Winter vor. Es ist Erntezeit. Die Haupterntezeit ist für die Landwirte der Höhepunkt der Arbeit. Daher feiern wir am Ende dieser Zeit den „Erntedanktag“. Dieser Tag lädt ein, kulinarisch aus dem Vollen zu schöpfen. Es ist alles in Hülle und Fülle vorhanden. Danach wird es ruhiger. Die Tage werden kürzer und die Natur macht sich bereit für den Winter um im nächsten Jahr wieder aufzublühen. Und das macht sie mit spektakulären Farbspielen der Blätter. Und wenn sie fallen, die Blätter, ist das mein persönliches Highlight im Herbst. Mit den Füßen das Laub aufzuwirbeln ist jedes Mal unbeschreiblich schön.

Und ich bin dankbar. Dankbar für die Unbeschwertheit. Denn ich weiß, dass nach dem Spiel mit den Blättern die Harke wartet. Das Laub muss vom Bürgersteig gefegt werden. Aber dieser Moment, das Laub mit den Füßen aufzuwirbeln, ist unbezahlbar.

 

Haben Sie / hast Du auch so einen unbezahlbaren Moment im Herbst?

 

Ihre/Eure

Jennifer-Chantal Jordan

 

(Jennifer-Chantal Jordan ist Presbyterin in unserer Gemeinde)