Liebe Leserin und lieber Leser,

Ostern bewegt sich mit rasanten Schritten auf uns zu. Doch was ist es, das uns in diesem Jahresabschnitt berührt? Ist es die Vorfreude auf die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden? Sind es die verdienten freien Tage? Sind es die kleineren oder größeren Naschereien? Oder ist es das Ostermysterium, das sich in der Erfahrung der Überwindung des Todes, der Auferstehung Christi, zeigt? Wahrscheinlich lässt sich dies gar nicht so differenziert trennen oder wenn doch, nur sehr schwer.

Besonders die letzte Frage nach dem Mysterium bewegt mich sehr. Was meint man überhaupt mit „Mysterium“? Was steckt hinter dem Begriff? Das Wort „Mysterium“ wird oft mit etwas Geheimnisvollem, Dunklem oder auch Undurchschaubarem in Beziehung gesetzt. Genau dies erleben wir als Christen, wenn wir die Ostergeschichte lesen. Das Geheimnis entfaltet und erklärt sich uns jedoch ausschließlich im Glauben. Der Glaube an das Wunder der Auferstehung von Jesus Christus, unserem Herrn, ist die Kraftquelle unserer Hoffnung. Im Johannesevangelium Kapitel 14 Vers 6 wird biblisch bezeugt, dass der Weg zum und das Leben im göttlichen Vater nur durch Jesus möglich ist. In der Hoffnung auf Christi schützende Begleitung und seine uns gereichte Hand findet die Liebe ihre ganze Fülle und Ausdrucksstärke: Gottes unersättliche und unerschütterliche Liebe zu uns Menschen, seinen Geschöpfen. Durch Gottes beständige Liebe verändert sich das Geheimnis; es wird bunt. Die Dunkelheit färbt sich hell; das Mysterium wird farbenfroh sowie die ersten floralen Frühlingsboten, die ersehnten Sonnenstrahlen nach langem Regenschauer oder der Gesang der Vögel.

 

Im vertrauensvollen und uns tiefbewegenden Glauben schreibt Jesus Christus seine Geschichte mit uns weiter. Im Ostererlebnis tritt Jesus mitten unter uns, und sagt: „Friede sei mit Euch“ (Joh.20,19). Sein Friedensgruß ist ein Appell für einen Neubeginn. Er ruft uns auf: Uns zu öffnen! Uns auf Neues und Befremdliches einzulassen und das Mysterium des Ostererlebnisses anzunehmen, immer wieder neu zu erleben und uns ins Herz zu schreiben.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Frühlings- und Osterzeit!

 

Ihre/ Eure

Sabrina Schensar

 

Was für ein Vertrauen

Vertrauen in das Leben.
Vertrauen zu Gott.

Woher kommt das Vertrauen?
Für das Leben.
Für den Glauben. 

Vertrauen ist eine Kraft, die uns tragen kann. Vor allem in Gemeinschaft.
Und gleichzeitig ist Vertrauen etwas sehr Verletzliches. Vertrauen ist stark und gleichzeitig beschützenswert.  

Dargestellt im Motiv des Kirchentags: der Luftballon als Symbol für das Vertrauen – eine Kraft, die uns tragen kann – die aber auch verletzlich ist. Und die im Verbund noch stärker ist – als Zusammenschluss, im Bild der Luftballon-Strauß zeigt die verschiedenen Facetten wie Familie, Freunde oder Gott. Das Vertrauen ist so stark, dass es einen Menschen trägt. Der Einzelne kann sich an dieser Kraft festhalten. Wenn er will. Er muss zupacken und – natürlich – selbst Vertrauen aufbringen. Wem vertraue ich? 

Wird Vertrauen gefasst, entfaltet sich die Kraft, die aufrichten und herausziehen kann – nach oben, hoch hinaus, raus aus dem was uns tagtäglich im Alltag entgegenkommt: Angst, Zweifel, Hass, Gewalt und Unsicherheit. Heraus aus dem Gefühl der Resignation, der Hilf- und Hoffnungslosigkeit.

Beweist der Mensch Vertrauen, indem er es greift, das Vertrauen,  kann es ihn beflügeln. Und er ist damit selbst ein mutmachendes Beispiel: Seht her, ich vertraue, ich agiere, ich glaube – und das trägt mich, das macht mich stark. 
Das mutmachende Bild lädt fröhlich ein mitzumachen, sich auf den Weg zu machen zum Fest des Glaubens, sich mit Hunderttausenden im Sommer 2019 in Dortmund zu treffen und gemeinsam ein Zeichen der Zuversicht und des Vertrauens in die Welt zu senden: Was für ein Vertrauen.

Ihre/Eure Heike Steinfeld
Heike Steinfeld ist Mitglied unseres Presbyteriums