"Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los. Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin,[… ]“

aus Ein Herbsttag von Rainer Maria Rilke (21.09.1902, Paris)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

der Herbst ist da!

Und nach diesem wirklich sehr trockenen und heißen Sommer können wir alle, nicht nur Mensch und Tier, sondern auch die Wiesen, Felder und Wälder etwas Abkühlung gebrauchen. Die Natur freut sich über die wieder kürzer und kühler werdenden Tage und sicherlich sind auch Regenschauer von Nutzen, um Erholung zu bringen.                                                

Aber wie sieht es bei uns Menschen aus? Einige von uns werden es ebenso genießen, wie Mutter Natur. Andere wiederum trauern um die überwiegend warmen und sonnigen Tage und einige verfallen vielleicht sogar in einen  Herbstblues, wenn die Tage wieder trüber und zum Teil auch von Nebel durchzogen  sind. Wie sieht es da bei Ihnen / bei Euch aus?

Ich persönlich liebe die Farbenpracht des Herbstes und die lauen Herbstabende auf meinem Balkon, wenn es wieder früher dunkel wird und ich durch Kerzenschein eine gemütliche Atmosphäre schaffen kann.

Aber Herbstzeit ist auch Erntezeit. Da werden eben nicht nur die Blätter bunt, sondern auch viele Früchte leuchten in gelb und rot und braun. Heimische Äpfel, Birnen und auch Kürbisse, aus denen man herrliche Speisen kochen kann, werden geerntet, verkauft und gern verspeist.

 

Der Herbst gehört zum Überleben von Gottes Schöpfung genauso dazu wie die 3 anderen Jahreszeiten. Kastanien, die im Frühling als Knospen an ihren Bäumen aufsprangen, und im Sommer - durch Insekten befruchtet - heranwuchsen, fallen nun hinab, um ihre Samenkörner in die Erde zu setzten und so, nach einem erholsamen Winterschlaf, im Frühling neues Leben hervorzubringen.

Dieser Vorgang ist für mich ein kleines Wunder. Und die Vorstellung, dass auch wir einst „gesät“ wurden, heranwachsen um einmal durch Gottes Hand neu zu „erblühen“ finde ich sehr beruhigend. Wie und wo ich immer wieder neu erblühe liegt in seiner Hand. Ich gebe mich gern in die Hand unseres Vaters, denn er wird mir meinen Weg weisen. Ich lebe ganz nach dem Psalm 37,5 „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen“  und dafür bin ich sehr dankbar.
Wofür sind Sie / seid ihr dankbar?

Liebe Grüße,

Ihre / Eure Tina Schulte, Jugendreferentin