Liebe Leserin, lieber Leser,

das Lied „Unikat" von SDP mag ich wirklich gerne. Es hilft mir, wenn ich gerade an mir selber zweifle, wenn ich mich nicht dazugehörig fühle oder ich mal wieder einen Tag habe, wo ich mich richtig unwohl fühle! Ich habe mich gefragt, warum baut mich gerade dieses Lied dabei so auf? Was ist eigentlich ein Unikat? Bedeutet es einzigartig zu sein? Oder anders? Was heißt einzigartig und anders? Und ist das jetzt was Gutes oder Schlechtes? An sich bin ich kein introvertierter Mensch. Das führt dann leider aber auch oft dazu, dass ich einfach drauflosspreche und mir im Nachhinein oder schon beim Reden denke: „Was erzählst du denn da schon wieder?“ Aber dann ist es halt zu spät, und ich frag mich, was jetzt alle anderen von mir denken. Auch wenn ich das gar nicht will! Zweifel dieser Art beschleichen mich persönlich und ich glaube, auch viele andere immer mal wieder:

Was denkt der wohl von meiner Frisur? Kann ich das wirklich so anziehen? Lachen die gerade über mich? Was ist, wenn sie merken, dass ich das anders sehe, dass ich anders bin? Passe ich zu den anderen? Werde ich gemocht, respektiert und wertgeschätzt?

Mit all diesen Zweifeln und Ängsten fühlen wir uns dann alleine und versuchen doch möglichst dazu zu gehören. Dafür verbiegen wir uns dann auch, verstecken unsere Ecken und Kanten. Im Lied von SDP wird gesungen: „Wir alle ecken an, wie in ei'm Quadrat“ Denn wir sind nun mal nicht alle gleich! Das wäre doch auch ziemlich langweilig! Wir können doch gar nicht alle in das gleiche Quadrat passen.

Warum versuchen wir dann trotzdem so oft, vielen Leuten zu gefallen? Und kennt ihr das dann, wenn ihr unsicher seid, weil ihr euch in eurem eigenen Körper nicht ganz wohl fühlt? Weil ihr nicht so ausseht wie die anderen, vielleicht seid ihr kleiner oder viel größer, habt braune, blonde, rote oder knallbunt gefärbte Haare, vielleicht tragt ihr am liebsten weite, bequeme Sachen oder ihr fühlt euch in aufwändig verzierten 4 Andacht Sachen am wohlsten. Das ist bei jedem anders und das ist gut so!

Denn jeder von uns ist ein Unikat.

Ich lege manchmal viel Wert auf die Meinung anderer, lass mich davon verunsichern und frag mich dann, warum ich das eigentlich mache. Denn das, worauf es ankommt „zeigt nicht der Zeiger deiner Waage, das liest du nicht in Kommentaren. Denn dass du wunderschön bist, kannst du nicht im Spiegel sehen.“ Das, worauf es ankommt, ist nicht das, was man sieht, nicht das, was andere von uns halten. Denn so wie wir alle einzigartig sind, haben wir auch alle eine einzigartige Wahrnehmung, für andere, für Schönheit und für den Glauben. Jeder lebt und handelt anders.

Der Gedanke, der mir dann aber wieder ganz viel Kraft gibt, die Zweifel zu überwinden, ist, dass Gott immer da ist. Und Gott ist es total egal, wie du aussiehst. Er findet dich schön, weil du DU bist, weil du einzigartig bist, weil du ein Unikat bist. „Du bist ein Kunstwerk, es steckt in deiner DNA.“ Und genauso wie die Band es singt, erkennt auch Gott das, und genauso sollte auch jeder von uns das erkennen. Das, was uns wirklich schön macht, sind wir selber, und Gott sieht das. Wir sollten uns nicht immer mit Anderen vergleichen, denn auch wir sehen von ihnen nur das Äußere, wir wissen nicht mit welchen Zweifeln sie selber gerade kämpfen. Ich werde versuchen, immer mehr darauf zu vertrauen, dass ich genau so, wie ich bin, gut bin, dass ich genau so angenommen werde, von Gott, von ganz vielen anderen und hoffentlich auch von mir selber.

Hannah Lippka

 

Teamerin in der Jugendarbeit