Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:

Die Sterne der Nacht,

die Blumen des Tages

und die Augen der Kinder.“

Dante Alighieri

 

Liebe Gemeinde,

Momente zum uneingeschränkten Glücklichsein gibt es nicht häufig, festhalten kann man sie auch nicht, doch man kann sich daran erinnern und allein die Erinnerung daran schenkt neue Kraft.

Es war nur ein winziger Augenblick, eine kleine Begebenheit, die unsere Enkelkinder, die wir viele Monate lang nicht gesehen hatten, und mich zum Lachen gebracht hatten. Erst zögerlich und verhalten, dann immer freier, fröhlicher, lauthals und völlig eins miteinander haben wir gelacht.

Ganz plötzlich fühlte ich eine Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Freiheit, als wären Zentnerlasten von mir abgefallen. In den leuchtenden Augen der Kinder konnte ich so viel Wärme, Freude, Glückseligkeit erkennen.

Keiner von uns hatte bemerkt, dass die wenigen Menschen auf dem Areal längst verschwunden waren. Niemand hatte auch nur verfolgt, wie die dunkelgrauen Wolken am Horizont plötzlich direkt über uns den Himmel verdunkelten. Erst als sich das Wasser der Wolke über uns ergoss, der Himmel sich auftat, streckten wir unsere Arme aus, um dieses Wasser aufzunehmen.

Die Melodie eines kleinen Liedes, welches wir oft nach unseren Chorproben gesungen haben, fiel mir als so passend für diesen Moment ein. „Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf.“ Durchnässt aber glücklich rannten wir nach Hause. Noch ehe wir vor unserer Haustüre angekommen waren, breitete sich der blaue Himmel und Sonnenschein über uns aus. Die Natur strahlte und glänzte mit den letzten Tropfen des Regens. Die Pflanzen entfalteten ihre ganz besondere Farbenpracht, gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht.

Am selben Abend noch zeigte sich nachts ein überaus reicher Sternenhimmel, der uns wie das Dach eines riesigen Zeltes umhüllte.

An diesem Tag hatten sich die Worte von Dante Alighieri von vor etwa 700 Jahren für mich erfüllt.

Liebe Gemeinde, solche Momente wünsche ich Ihnen von Herzen, sie sind nicht häufig, aber kostbar und einzigartig. Und seien Sie versichert, „Gott hält seine schützende Hand über Dir“, über uns allen.

Ihre, Eure Wiltrud Benecke