Liebe Lesende,

„Was Geduld hat, kann alles überstehen.“ So heißt es in einem Zitat von François Rabelais, einem französischen Schriftsteller der Renaissance und römisch-katholischen Ordensbruder.

Doch Geduld zu haben, ist meist nicht so einfach. Ich merke das, wenn ich auf etwas warte, auf das ich mich freue. Auf die Steuererstattung zum Beispiel. Oder auf den Beginn des Sommers. Vorfreude ist eine schöne Freude; doch auch für längere Zeit geduldig zu bleiben, ist oft schwierig. Das haben wir sicherlich alle schon zu genüge erlebt.

Momentan wird jeder und jedem von uns viel Geduld abverlangt. Natürlich geht es auch jetzt, wie alle paar Minuten im Radio, Fernsehen und Internet, um die Corona-Pandemie. Und es ist mittlerweile wirklich nicht mehr leicht, geduldig zu bleiben: Geduldig auf den Impftermin zu warten, geduldig die Entwicklung der Ansteckungszahlen zu beobachten, geduldig alle Schutzmaßnahmen einzuhalten. Da kann es schon mal passieren, dass der Geduldsfaden reißt und man auf die Bundes- oder Landesregierungen schimpft, oder auf die Gesundheits- oder Bildungsministerien. Das mag kurzzeitig beruhigen, wenn man Dampf ablässt; aber helfen tut es der Situation nicht. Und unter uns: Ich bin froh, dass ich die Entscheidungen unserer Abgeordneten nicht treffen muss, sondern sie im Rahmen unserer repräsentativen Demokratie abgeben kann.

„Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, offenbart seine Torheit.“ (Spr 14,29) Mit diesem Spruch aus der Bibel erinnere ich mich und uns alle daran, dass Geduld der Weg ist. Bitte lasst uns alle geduldig bleiben und die aktuelle Zeit gemeinsam überstehen. Lasst uns weiterhin alle Maßnahmen einhalten, geduldig zu unser aller Schutz. Das ist weise.

Ihr/Euer

Leif-Sören Buda

 

Leif-Sören Buda ist Prädikant in unserer Gemeinde