Jahresbericht 2019

Dieser Rückblick wird in der Zeit der sogenannten Corona-Krise 2020 geschrieben. Es ist die Phase, in der keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Wohl deshalb fällt im Blick auf 2019 besonders auf: Für das vergangene Jahr könnte man als Überschrift finden: Nach dem Event ist vor dem Event.

Den Anfang hat der Feierabend für alle Mitarbeitenden im Januar gemacht. Dann war im Februar das Kabarett-Duo Lennardt und Lennardt zu Gast. Regi(nald Holden Jennings), der ehemalige Papa des Starlight Express, hat mit seiner eigens zusammen gestellten Band im März wegen der großen Nachfrage gleich zwei Konzerte bei uns geben müssen. Es waren die ersten eigenen Konzerte seines Lebens. Duo Taktlos spielte im April auf. Dann kam das Osterfeuer, der Kinderbibelwochenabschluss-taufgedächtnisfamiliengottesdienst und im Mai noch das Ökumenische Gemeindefest sowie das Musical Hope mit Helmut Jost und Band. Nach der Sommerpause folgten als Eventstichworte der Erntedanktag, der Martins-Zug, das Interreligiöse Gebet, Gemeinsam in den Advent und das große Adventskonzert.

Alle hier aufgezählten Ereignisse zeichneten sich u.a. durch zwei gemeinsame Merkmale aus: Sie waren sehr gut besucht und hatten ein beachtenswertes kulinarisches Rahmenprogramm.

Allein zehnmal waren etwa 300-500 Menschen in unserer Kirche, um nur eine Zählung von vielen möglichen zu erwähnen.

Da ergibt sich fast zwangsläufig die Frage: Sind wir eine Event-Kirche?

Warum sollten wir nicht so etwas wie Event-Gemeinde sein?

Wenn wir damit so viele Menschen einladen können.

Wenn die vielen Mitarbeitenden wie das große Orga-Team das gern tragen.

Wenn die andere Dimension, die Begegnung in der Tiefe, in der Besinnung, im seelsorglichen Nachgehen, im diakonischen Handeln, wenn die Kirchenjahresliturgie auch noch stattfinden.

Deshalb sei hier erwähnt, dass natürlich das Karfreitagskonzert mit Peter Siepermann, die Konfi-Freizeiten, die große Konfirmation, die Gemeindefreizeit in Metajna / Kroatien, die Goldene Konfirmation, die Taufen, Trauungen und Beerdigungen auch noch da gewesen sind. Immer wieder gab es besondere Gottesdienstprofile wie den Filmgottesdienst, den Weltgebetstag der Frauen oder die Abendgottesdienste. Der Familiengottesdienst mit Pizza und Pasta fand in der Regel am letzten Sonntag im Monat statt.

Ja, es war ein ziemlich buntes und bewegtes Jahr.

Im Rahmen solch eines Berichts geht es da nicht um Vollständigkeit, sondern um das besondere Profil dieser Zeit.

Dazu gehört die Beobachtung, dass sich sehr regelmäßig Menschen zur gottesdienstlichen  Feier ihrer Goldenen oder Silbernen Hochzeit entschließen.

Dazu gehört auch, dass die Ökumene ausdrücklich gewollt ist.

In den regelmäßigen Gesprächen im Ökumenischen Rat mit unseren katholischen Nachbar*innen aus Heilig Geist suchen wir gemeinsam nach der Zukunft unserer katholischen Geschwister und erleben, wie kraftvoll diese sich in ihrer Kirche versammeln.

Beachtenswert war, dass zum Interreligiösen Friedensgebet im November nicht nur die Verwaltungsspitze der Stadt Hattingen erschienen ist, sondern vor allem auch viele muslimische Jugendliche und Frauen. Insgesamt war es für die immerhin 130 Teilnehmenden das inhaltlich wohl profilierteste Gebet bisher.

Beim großen Martinszug finden sich sowieso schon immer die Menschen aller Religionen unseres Ortsteils in unserem Gemeindezentrum ein. Die Haltung, den Besitz, wie etwa den Mantel des St. Martin, teilen zu wollen, verbindet Menschen über Religionsgrenzen hinweg.

Zum ausgesprochen besonderen Profil unserer Gemeinde gehören nach wie vor unsere Gastfreundschaft und die damit gelebte Achtung der Einheit von Körper, Geist und Seele.

In den Offenen Treffs Wolke 2a und Mittags-Treff kommt das Woche für Woche zum Ausdruck. Das Seniorenturnen hat mittlerweile gleich drei Anleiter*innen gefunden.

Das Genieß-Ma(h)l von den Geschmacks-Verstärkern ist zweimal im Jahr sehr beliebt.

Auch im Netzwerk: Mensch gehen die Männer und Frauen kontinuierlich und liebevoll zu Menschen, die Hilfe und Begleitung brauchen. Die Netzwerker*innen leben in jeweils ungezählten Stunden Nächstenliebe.

In der Auszeit treffen sich monatlich sechs bis zehn Menschen aus dem Kern der Gemeinde zur gemeinsamen Bibelarbeit und zum Lebensgespräch.

Erfreulich ging es im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu. Drei Stichworte dazu:

In der Kontaktstunde an der Grundschule erreichen wir wöchentlich etwa 50 Kinder.

Als Konfi-Plus sind immerhin sieben Jugendliche eingestiegen.

Die wöchentlich stattfindende Jugendgruppe wird von etwa 15-20 Jugendmitarbeitenden gestaltet und besucht.

Beachtenswert ist, dass zum Konfirmationsjahrgang 2019/20 nur 11 Jugendliche gehören. In dieser Form ist es ein einmaliger Ausreißer in diesem Ortsteil mit einem besonders geburtenschwachen Jahrgang.

Große Erfolge waren im Frühjahr und im Herbst die Arbeit der beiden Projektchöre, die zunächst unter der Leitung von Regi, dann unter der Leitung von Regi und Christian Venjakob geprobt haben. Jüngere bis ältere Menschen aus der ganzen Umgebung waren zusammen gekommen, um zunächst beim Musical Hope und dann beim Adventskonzert mitzumachen. Nicht nur die Proben waren eine pure Freude, sondern auch die Auftritte ein mitreißender Erfolg. Diese Arbeit soll in Zukunft als fester Bestandteil fortgeführt werden.

Sie ist auch ein Beleg dafür, dass neben der Pflege des Bewährten in unserer Gemeinde auch immer eine Innovationsbereitschaft da ist.

Im Kindergarten Rauendahlstraße bewegten personelle Veränderungen Eltern, Kinder und das Personal.

Die Leiterin, Alexandra Bongartz-Clausen, zeigte im März 2019 eine Schwangerschaft an, ging ins Beschäftigungsverbot und wurde im November 2019 von einem gesunden Jungen entbunden. Anschließend nahm sie Elternzeit bis zum Herbst 2021. Die erste Zeit ihres Beschäftigungsverbots war für Kinder, Eltern und das Team eine große Herausforderung, da zeitgleich die beiden Gruppenleiterinnen und damit auch die stellvertretende Leitung länger erkrankt waren. Zwei Erzieherinnen aus dem Trägerverbund, Britta Schulte–Froböse und Ina Matthé, übernahmen jeweils mehrere Wochen die Vertretung in Winz-Baak. Ab August übernahm Linda Wolf die kommissarische Leitung. Zusammen mit ihrem Team überarbeitete sie die Konzeption, brachte den QM Prozess deutlich voran und veränderte die pädagogische Arbeit mit Zustimmung des Trägers und der Eltern. Die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde, besonders bei Familiengottesdiensten und Kinderbibelwochen, ist ihr dabei ein Anliegen. Die religionspädagogische Arbeit wird von Frau Crone und religionspädagogisch weitergebildeten Mitarbeiterinnen in den Alltag der Kinder eingeflochten. Monatlich findet eine Andacht im Kindergarten mit Frau Crone statt.

Die Singpat*innengruppe trifft sich weiter wöchentlich im Kindergarten zum Singen und vernetzt so Kirchengemeinde und Kindergarten. …

Eingerahmt und durchzogen wurde das Jahr durch mehrere Veränderungsprozesse auch bei anderen Mitarbeitenden in der Gemeinde.

Dabei hat uns im Juli sehr bewegt, dass wir von Ruth van Dinther als Leitung des Abendkreises Abschied nehmen mussten. Sage und schreibe 55 Jahre lang hatte sie auf ihre faszinierende Art und Weise geleitet. So war die Abschiedsfeier sehr bewegend.

Wir sind sehr froh, dass Christa Heidenreich die Nachfolge übernommen hat. Immerhin gehören zum Abendkreis noch mehr als 50 Frauen.

Im Kreis der Hauptamtlichen hatten um die Jahreswende 2018/19 unsere Mitarbeiterinnen im Hausmeisterin- und Reinigungsdienst Juliane Wesolowski und Brigitte Kühn ihren Dienst beendet. Diese beiden sind schweren Herzens in eine Vollzeitstelle und in den Ruhestand gegangen. Dafür haben wir wieder gleich zwei neue Mitarbeiterinnen aus unserer Nähe gewinnen können: Janine Greb arbeitet jetzt als Hausmeisterin und Anna Heimann als Reinigungskraft. Darüber sind wir sehr froh, weil sie neben ihrer eigentlichen Arbeit auch über die Woche die Gesichter der Gastfreundschaft für unsere Gemeinde sind. Ebenso haben wir an der überaus wichtigen Nahtstelle Gemeindebüro schon im Spätsommer 2019 eine Nachfolgerin für Marianne Chitralla gefunden, die im April 2020 in den verdienten Ruhestand ging. Wir sind sehr dankbar, dass Sandra Weber im November bereits auf Honorarbasis ihren Dienst zur langfristigen Einarbeitung aufgenommen hat. Der Übergang gestaltet sich dank des hervorragenden Engagements von Marianne Chitralla als unkompliziert.  

Im Bereich der Jugendarbeit hat die Jugendreferentin Laura Wessel zum Oktober nach der Geburt ihres zweiten Kindes gekündigt. Das Arbeitsverhältnis mit Bettina Schulte, genannt Geldermann, ist dafür in ein unbefristetes umgewandelt worden.

Sowohl im Netzwerk: Mensch als auch im Mittags-Treff, in der Chorgemeinschaft, im Familiengottesdienstteam und im sonntäglichen Kaffeedienst konnten neue ehrenamtlich Mitarbeitende gewonnen werden.

An dieser Stelle soll noch erwähnt werden, dass bei allen Aufgaben in Winz-Baak etliche Menschen aus unserer Gemeinde z.T. seit vielen Jahren in Verbundenheit mit anderen kirchlichen und sozialdiakonischen Arbeitsfeldern wertvolle Dienste tun.

Birgit Crone ist als Geschäftsführerin im Kindergartenverbund des Kirchenkreises tätig. Bodo Steinhauer leitet als Vorsitzender den Gesamtverband Evangelischer Kirchengemeinden in Hattingen, gemeinsam mit den langjährigen sehr aktiven Presbytern Frank Hoffmann und Norbert Knappe. Frank Hoffmann arbeitet als Mitglied und Leitung im kreiskirchlichen Finanzausschuss. In der Gemeinsam beschließenden Versammlung zur Leitung des Evangelischen Friedhofs an der Bredenscheider Straße tun Norbert Knappe, Jennifer Jordan und Dr. Frank Stollmann ihren verantwortungsvollen Dienst. Bettina Schulte und
Heike Steinfeld beteiligen sich in der kreiskirchlichen Ruanda-Partnerschaftsarbeit. Seit langem ist Bodo Steinhauer Mitglied im Kreissynodalvorstand und Birgit Crone im Nominierungsausschuss. Sten-Eike Buda und Bodo Steinhauer sind Mitglied im Stiftungsrat der Augusta-Stiftung. Bodo Steinhauer koordiniert die Rubrik Besinnliches im Stadtspiegel.

Am Ende dieses Berichts steht das Zitat aus einem unserer gern gesungenen Lieder: „Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn, Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege gehen. Gut, dass wir nicht uns nur haben, dass der Kreis sich niemals schließt, und dass Gott, von dem wir reden, hier in unserer Mitte ist.“