3/2018: Elektromobilität

Ein Gespenst geht um in Europa – Elektromobilität als Jobkiller oder als Chance?

Gespenst Elektromobilität

Der Elektroantrieb wird mittelfristig den Verbrennungsmotor ablösen. Dieses „Gespenst“ fordert die Automobilindustrie und unsere Gesellschaft heraus. Manche haben die Elektromobilität schon abgeschrieben und weisen auf drohende Arbeitsplatzverluste und die schlechte Klimabilanz der Batterieherstellung hin. Hohe Anschaffungskosten und eine geringe Reichweite der Fahrzeuge erschweren deren Verbreitung zusätzlich. Die Bereitstellung der nötigen Ladeinfrastruktur erfordert zudem zwingend die Zusammenarbeit von Energiewirtschaft, Automobilindustrie und öffentlicher Planung. Neue Verkehrskonzepte müssen entwickelt werden. Wollen wir das?

Großes Entwicklungspotenzial

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass erneuerbare Energien und dezentrale Versorgungskonzepte an Befürwortern gewinnen. Die Belastungen von Mensch und Umwelt durch Kohleverstromung und Kernkraft verbieten ein einfaches „Weiter so.“ Eine Ersetzung konventioneller PKW durch Elektromobilität ab 2030 ist möglich. Unter anderem werden fallende Batteriepreise künftig dafür sorgen, dass E-Autos ab 2025 den Preiskampf gewinnen. Die Modellanzahl wird stark ansteigen.

Ladeinfrastruktur und neue Verkehrskonzepte als Schlüsselherausforderung

Zu lösen sind drei Probleme: Es braucht eine Ladeinfrastruktur mit ausreichender Netzkapazität. Diese Ladestruktur muss bedarfsgerecht regionalisiert sein. Dazu bedarf es der Änderung unseres Mobilitätsverhaltens und neuer vernetzter Verkehrskonzepte, die das Zusammenwirken aller Mobilitätsarten und neue Chancen des automatisierten Fahrens berücksichtigen. Und: E-Autos machen nur dann Sinn, wenn sie mit erneuerbarem Strom betankt werden. Es ist an der Zeit, neue Wege zu denken, zu entwickeln und zu gehen.

Umweltausschuss der Ev. Kirchenkreise Hattingen-Witten, Hagen und Schwelm