"Alle Jahre wieder..."

So heißt es auch in einem bekannten Weihnachtslied. Irgendwie auch lustig, dass man „alle Jahre wieder“ alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit singt. Aber Weihnachten ist noch viel mehr, als nur Weihnachtslieder singen, bei denen man von Jahr zu Jahr immer textsicherer wird. Nein, für mich ist Weihnachten ein Gefühl, das immer um die Adventszeit aufkommt. Jetzt frage ich mich aber doch, woran das liegt, dass ich immer pünktlich zur Weihnachtszeit in weihnachtliche Stimmung komme. Hab ich vielleicht eine eingebaute Uhr? Die immer zu dieser Zeit ein kleines Glöckchen erklingen lässt damit festliche Stimmung in mir auflodert? Wahrscheinlich nicht. Mein nächster Gedanke war, dass es ja auch nicht unbedingt von mir selber erweckt wird. Ende November, manchmal auch schon früher, fangen wir bei mir zuhause an, die Wohnung ein wenig weihnachtlich zu dekorieren. Dazu kommt der leckere Weihnachtstee, den man, wenn es kalt draußen ist, schön genießen kann … Ja, bei dem Gedanken wird mir doch ganz warm ums Herz.

Damit ist es jedoch noch nicht getan. Der Adventkranz kommt ins Haus, die Kerzen werden nach und nach erleuchtet, mit der Zeit sind immer mehr Türchen vom Adventskalender geöffnet und auch die Leute um einen rum kommen immer mehr in feierliche Stimmung.

Ja, so kommt man richtig schön in Weihnachtsstimmung.

Was aber, wenn das nicht der Fall ist?

So eine Situation hatte ich auch schon mal selbst erfahren. Es war eigentlich wie jedes Jahr. Die Wohnung war geschmückt, der Tee schmeckte mal wieder hervorragend und im Adventskalender waren schon 23 Türchen geöffnet. Trotzdem fühlte ich nicht dieses Gefühl von Weihnachten, welches ich die letzten Jahre immer so genossen hatte. Nein da war nichts, es fühlte sich auch am 24. Dezember nicht danach an. Nun stand sogar der Weihnachtsbaum in der Wohnung und trotzdem wollte mein Kopf sich nicht auf Weihnachten einstellen.

Trotzdem habe ich mich hübsch gemacht, da meine Familie und ich auch in diesem Jahr, wie jedes Jahr, zusammen in den Weihnachtsgottesdienst gingen. Also machten wir uns auf, es dämmerte schon ein wenig als wir ankamen. Wir waren auch, alle Jahre wieder, eine oder zwei Minuten zu spät.

Als ich die Kirche betrat, alle saßen, da und der riesige Tannenbaum leuchtete hell, kam ganz plötzlichen dieses vertraute warme Gefühl in mir auf. Es ist Weihnachten. Das realisierte ich in diesem Moment. Ich fühlte mich gut, und dass Gott bei mir war.

Und für alle, die es interessiert, dies war eines der schönsten Weihnachtsfeste, die ich erlebt habe. Und alle, die gerade so empfinden wie ich in diesem Jahr, denen kann ich mitgeben:

Habt Vertrauen. Gott und Jesus nehmen sich deiner an. Und wenn es soweit ist, wirst du es merken und dich richtig gut fühlen, so wie ich mich an diesem Weihnachtsfest am Ende auch.

Nun wünsche ich Euch allen ein so schönes Weihnachtsfest, wie ich damals hatte.

Frohe Weihnachten,

Esther Lippka

Teamerin in der Jugendarbeit